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B?n

aus Wikipedia, der freien Enzyklop?die

Ein Ritual-Dolch, bekannt als Phurbu
Ein Ritual-Dolch, bekannt als Phurbu

Der B?n (tibetisch ???? Bon, deutsch Wahrheit, Wirklichkeit, Wahre Lehre) war vor der Etablierung des Buddhismus als Staatsreligion im 8. Jahrhundert die vorherrschende Religion der Tibeter. Verbreitet ist er im heutigen Tibet und anderen Teilen Zentralasiens, Chinas sowie Nepals und Bhutans. Der B?n ist eine animistisch-polytheistische Religion mit starken schamanistischen Eigenschaften. Ahnenkult und eine ausgepr?gte Beerdigungs- und Gedenkkultur sind ebenfalls wichtige Aspekte des B?n.[1]

Sp?ter beeinflussten sich der B?n und der Buddhismus gegenseitig (→ Synkretismus), wobei aus dem B?n rituelle und schamanistische Elemente oder B?n-Gottheiten in den Buddhismus gelangten und umgekehrt der Buddhismus den B?n wesentlich beeinflusste.

1977 wurde der B?n von der tibetischen Exilregierung und vom Dalai Lama offiziell als fünfte spirituelle Schule des Tibetischen Buddhismus anerkannt.

2006 wurde das Yundrung-B?n Zentrum Shenten Dargyé Ling in Frankreich als Kloster einer eigenst?ndigen Glaubensgemeinschaft vom Staat anerkannt.

Geschichte

Teil eines Bön-Lebensrades
Teil eines B?n-Lebensrades
Bön-Kloster Khyungpori Tsedruk in Nord-Tibet (AGT)
B?n-Kloster Khyungpori Tsedruk in Nord-Tibet (AGT)

Die erneuerte B?n-Religion geht der Legende nach auf den mythischen T?npa (Meister) und Buddha Shenrab Miwoche aus dem Land Tagzig zurück und soll frühere Tieropfer durch symbolische Opferungen abgel?st haben.[2]

Sp?ter breitete sich der erneuerte-B?n aus und war Staatsreligion in Zhang-Zhung das den heiligen Berg Kailash umgab. Der zentraltibetische K?nig Songtsen Gampo eroberte im 7. Jahrhundert (vermutlich 634) das Land und beendete mit der T?tung des K?nigs Ligmincha (Ligmirya) dessen Dynastie.

Unter K?nig Trisong Detsen (ab 755) wurde der B?n zunehmend vom Buddhismus verdr?ngt und verfolgt. Unter K?nig Langdarma (Regierungszeit 836–842) besserte sich die Lage der B?npa (Anh?nger des B?n) vorübergehend. Nach seiner Ermordung zerfiel das tibetische K?nigreich. Durch die weitere Verfolgung wurden die B?npa in die Randbereiche des tibetischen Kulturraumes abgedr?ngt wie Amdo im Nordosten sowie Dolpo in Nepal.

Mit dem Beginn der so genannten ?neuen übersetzungstradition“ (Sarma) des Buddhismus im 11. Jahrhundert reorganisierten sich sowohl die buddhistische Nyingma-Tradition als auch der B?n auf der Grundlage wieder aufgefundener Lehrtexte (Terma) aus der Zeit der Verfolgung und Wirren. Es wurde ein systematisches Lehrgeb?ude geschaffen und es verbreitete sich die Ordination von M?nchen und Nonnen.

1405 wurde das Kloster Menri von B?n-Lama Nyammed Sherab Gyeitshen gegründet. Dieses und das sp?ter gegründete Kloster Yungdrung Ling wurden Hauptzentren des B?n.

Nach dem Einmarsch der chinesischen Armee Mitte des 20. Jahrhunderts wurden sowohl der B?n als auch der Buddhismus streng verfolgt, besonders w?hrend der chinesischen Kulturrevolution (1966–76). Kein tibetisches Kloster hat die Wirren dieser Zeit unbesch?digt überstanden. Das B?n-Kloster Menri wurde in Dolanji im indischen Exil neu gegründet.

1977 erkannte der Dalai Lama B?n als fünfte spirituelle Schule Tibets an. Dem tibetischen Exilparlament geh?ren seitdem zwei Vertreter des B?n an, wie für die anderen vier Hauptschulen des tibetischen Buddhismus.

Heute gibt es in Tibet und China über 264 aktive B?n-Tempel beziehungsweise Kl?ster.

Verbreitung

Abgesehen vom wiederaufgebauten Menri-Kloster in Dolanji im indischen Exil ist der B?n in Tibet und in Nepal noch lebendig. In Ost-Tibet ist B?n weiter verbreitet, vereinzelte Kommunen gibt es auch in West- und Zentraltibet sowie unter Nomaden. Seit den 1980er Jahren wurden in Tibet einige B?n-Kl?ster wieder aufgebaut und von M?nchen besiedelt, so Yungdrung Ling. Des Weiteren ist die Religion des Primi-Volkes in Yunnan eng mit dem tibetischen B?n verwandt.[3]

Formen

In der Geschichte des B?n treten drei unterscheidbare Formen auf, die noch praktiziert werden. Die ?lteste ist eine vorbuddhistische animistisch-schamanistische Religion, auch alter B?n oder schwarzer B?n genannt. Die zweite Form ist der Yungdrung-B?n, auch ewiger oder glückverhei?ender B?n genannt, der auf den Buddha Shenrab Miwoche zurückgehen soll. Der neue B?n beruht auf wiederaufgefundenen Texten (Terma).

Bön-Schrift
B?n-Schrift

Alter B?n/Schwarzer B?n

Die animistischen Ursprünge stammen aus vorbuddhistischer Zeit und enthalten schamanistische Rituale und Glaubensformen, die sich vom neuen B?n stark unterscheiden. Die Gelugpa setzten B?n-Zauberer (Nagspa) ein, um D?monen abzuwehren, und auch die Praktiken des tibetischen Staatsorakels stammen aus der alten Tradition.

W?hrend sp?tere B?n-Formen die buddhistischen Vorstellungen von Karma und Reinkarnation übernahmen, waren und sind im alten B?n Begr?bnisriten zentral, und es gab komplexe Begleitrituale beim Tod des K?nigs, eines hochgestellten Adligen oder eines Ministers, um diese auf ein gutes Leben im Jenseits vorzubereiten.

Die B?n-Religion hat ein eigenes Pantheon von G?ttern, Geistern, D?monen und anderen Wesen. Die Ritualthemen sind Zauberei, Tranceerlebnisse, Opfer an die G?tter, Wahrsagerei, Reisen in die Unterwelt, Wetterzauber, medialer Kontakt zu Geistern und die Abwehr von D?monen.

Der originale B?n ?hnelt somit anderen animistischen Religionen wie dem japanischen Shintō, dem altaischen Animismus oder dem chinesischen Schamanismus.

Ewiger B?n/Yungdrung-B?n

Bön-Mani-Stein mit dem Mantra Om ma tri mu ye sa le du.
B?n-Mani-Stein mit dem Mantra Om ma tri mu ye sa le du.

Yungdrung B?n (Swastika-B?n), auch Ewiger B?n genannt, geht auf den mythischen Lehrmeister und Buddha (T?npa) Shenrab Miwoche zurück. Historische Vertreter der Yungdrung-B?n-Tradition sind die Meister Tapihritsa und Drenpa Namkha.

Die Lehren dieser Schule umfassen mehr als 200 Werke. Darunter finden sich auch Schriften zu Philosophie, Heilkunde, Metaphysik und Kosmologie. Die philosophischen Grundlagen stehen dem Buddhismus nahe, so die Lehren über Karma (das Gesetz von Ursache und Wirkung) und Mitgefühl. Die Gottheiten des Alten B?n wurden als Meditations-Gottheiten (Yidam-Gottheiten) oder als Beschützer der Lehre eingebunden und umgekehrt wurden Gottheiten und D?monen des B?n von den buddhistischen Nyingmapa übernommen.

Tenzin Namdak, Abt eines Bön-Klosters in Nepal
Tenzin Namdak, Abt eines B?n-Klosters in Nepal

Die Hauptlehren des Yungdrung-B?n sind die ?Neun Wege“, andere Unterteilungen nennen ?Vier Pforten und eine Schatzkammer“ oder die ??u?eren, Inneren und Geheimen Unterweisungen“. Letztgenannte sind Sutra, Tantra und Dzogchen, ?hnlich derer der Nyingma-Schule. Es gibt Hinweise, dass Dzogchen, die Lehren über die ?Gro?e Vollkommenheit“, bereits vor dem Buddhismus in Zhang Zhung existierten. Die Dzogchen-Lehren der Nyingma gehen im Unterschied dazu auf Garab Dorje aus dem Land Oddiyana zurück.

Unter den Lehren finden sich auch die Belehrungen des ?Zhang Zhung Nyan Gyud“, die "mündlichen Unterweisungen von Zhang Zhung", die ?ltesten überlieferungen eines Dzogchen-Meditationssystems der B?n.

Vertreter des Yungdrung-B?n die im Westen lehren sind der ehrwürdige Yongdzin Tenzin Namdak Rinpoche und sein Schüler Tenzin Wangyal Rinpoche.

Bön-Kloster in Sichuan
B?n-Kloster in Sichuan

Neuer B?n

Der neue B?n, auch reformierter B?n genannt, steht systematisch zwischen Yungdrung-B?n und der buddhistischen Nyingma-Tradition. Er entwickelte sich ab dem 14. Jahrhundert aus einer Synthese von Lehrelementen des Yungdrung-B?n und Elementen der Nyingma, vor allem durch das wechselseitige Auffinden von Termas der B?n- und der Nyingmatradition. Ein Vertreter des neuen B?n war B?nzhig Yungdrung Lingpa, als Nyingma-Tert?n auch unter dem Namen Dorje Lingpa (1346–1405) bekannt.

Die Rituale ?hneln buddhistischen, wobei die rituelle Umkreisung gegenl?ufig ist. Die angerufenen Gottheiten, Ikonographien, Mythen und Mantren sind b?nspezifisch. Auch unterscheidet sich die Ausbildung eines B?n-M?nches nicht von der buddhistischer M?nche, beispielsweise kann ein Geshe-Grad durch Studium von Logik und Philosophie erworben werden und das Ziel der Praxis, Dzogchen, unterscheidet sich nicht allzu sehr vom buddhistischen Dzogchen, in der Liturgie wird Padmasambhava angerufen und den Altar schmückt h?ufig auch ein Bild des Dalai Lama.

Lehren

Die Lehren des B?n basieren auf umfangreichen Schriften (Kanjur und Tanjur) die verschieden gegliedert werden. Eine der Gliederungen ist jene in die "Neun Wege" des B?n, welche in groben Zügen den neun Fahrzeugen der Nyingma-Tradition entsprechen. Die Grunds?tze der Lehre sind dieselben wie im auf Buddha Shakyamuni zurückgehenden Buddhismus, der nach B?n-Auffassung in einem früheren Leben Schüler von T?npa Shenrab Miwo war. Trotz dieser N?he zum Buddhismus hat der B?n jedoch auch noch eigene Lehren, Rituale, Mythen und G?tter, so dass er als eigenst?ndige Religion gilt.

Die neun Wege des B?n sind folgend eingeteilt:

  1. Weg des Priesters der Voraussage: Wahrsagekunst, Astrologie, Ritualistik und Medizin.
  2. Weg des Priesters des Visuellen: Methoden zur Befriedung der G?tter und D?monen des Diesseits.
  3. Weg des Priesters der Illusion: Methoden zur Beherrschung von Feinden.
  4. Weg des Priesters der Existenz: Methoden zur Erl?sung und Fragen über den Zeitraum zwischen Tod und Wiedergeburt.
  5. Weg der tugendhaften Anh?nger: Gl?ubige, die tugendhaft handeln, nach Vervollkommnung streben und Stupas bauen und verehren.
  6. Weg der Asketen: Asketische Disziplinen, teilweise buddhistisch, teilweise unbuddhistisch.
  7. Weg des reinen Schalls: Praxis des h?heren Tantras, Theorien über Verwandlung durch Mandalas.
  8. Weg des urzeitlichen Priesters: Ausüben der Praxis von Mandalas durch Anfertigung, Meditation und Verwirklichung von überrationalen Zust?nden der Vollkommenheit.
  9. Die h?chste Vollendung (Dzogchen)

Andere Einteilungen sprechen von vier Pforten und einer Schatzkammer oder von fünf Schatzkammern.

Die neun Wege betreffen unterschiedliche Priestergruppen, die unterschiedliche Aufgaben wahrnahmen. Das Schrifttum des B?n reicht weit zurück und die Einteilungen in Kategorien von Zauber sind eine buddhisierte Form des Schrifttums. In ?lteren Schriften wird manchmal von anderen Kategorien gesprochen, wie z. B. Himmelsb?n oder Begr?bnisb?n, so dass unterschiedliche Priestergruppen wohl schon unterschiedliche Aufgaben im ursprünglichen B?n wahrgenommen hatten.

Meditation und Dzogchen

Meditationssysteme sind im neuen B?n in drei Formen unterteilt:

  1. Das wichtigste der Meditationssysteme stellt das Zhang Zhung Snyan grud dar, das auf einen Meister aus Zhang Zhung bis ins 8. Jahrhundert zurückgehen soll.
  2. A khrid soll auf einen Eremiten des frühen 11. Jahrhunderts zurückgehen. Diese Meditation ist in Perioden aufgeteilt, die ein bis zwei Wochen dauern. Anf?nglich gab es 80 Perioden, sp?ter nur noch 15.
  3. Anfang des 11. Jahrhunderts fand man Texte, die Dzogchen beschrieben und von der 'h?chsten Vollendung' handelten. Diese Texte ?hneln denen der Nyingma.

Praktiken

Tibetischer Maskentänzer
Tibetischer Maskent?nzer

Schamanen und Priester, die meist au?erhalb der Kl?ster leben, bes?nftigen Geister durch Opfergaben, treiben D?monen aus oder opfern symbolisch Teigfiguren, Zeremonialkuchen, Mehl und Butter. Die B?npa glauben an Magische Praktiken und Shenrab Miwo selbst habe diese weitergegeben. Dazu gibt es Mysterienspiele mit Maskent?nzen, Ges?nge und Opfergaben. Die T?nze werden sTag dmar 'Cham, 'der Tanz des roten Tigerd?mons', genannt und handeln oft von den alten Berggottheiten Tibets. Die Cham-T?nze wurden vom Buddhismus übernommen.

Ebenfalls vom Buddhismus übernommen wurde der Phurba-Kult. Phurbus, bzw. Phurbas sind magische Dolche zur D?monenbannung, für den Wetterzauber wie Hagelabwehr oder zur Reinigung. Der Meister Shenrab Miwo wurde stets mit einem gro?en Phurbu in der Hand abgebildet. Der Phurbu-Zauberer war auch gefürchtet wegen schwarzer Magie. Der Fluch der wandernden Dolche z. B. sollte dazu dienen, ein Opfer über gr??ere Entfernungen zu vernichten. Dazu wird der Phurbu in den H?nden gerollt, mit magischen Formeln besprochen und mithilfe des Dolch-Gottes Phurpa geschleudert, um das Opfer telekinetsch zu treffen.

Zor-Rituale benutzen magische Waffen, die Zor, um schlechte Einflüsse abzuwehren. Zor sind zumeist aus Teig gemachte kleine Pyramiden, die mit magischen Kr?ften ausgestattet werden. Schleudert man einen Zor, so setzt er magische Kr?fte frei, die den Feind oder das Unheil zerst?ren sollen.

Fadenkreuze, Mdos, werden als Geisterfallen hergestellt. Sie bestehen aus F?den, die geometrische Figuren an gekreuzten Holzst?ben bilden. Das Herstellen von Fadenkreuzen erfordert ein komplexes Ritual, in dessen Verlauf Gottheiten eingeladen werden, das Fadenkreuz zu beziehen. Fadenkreuze sind h?ufig über Haustüren angebracht, um das Haus und seine Bewohner zu schützen. Nach einer bestimmten Zeit wird das Fadenkreuz zumeist mit den darin gefangenen D?monen verbrannt.

Amulette und Talismane werden auch als Schmuck getragen, oft aus Koralle und Türkis oder in silbernen Beh?ltnissen. Diese Glücksbringer, oft auch mehrere, werden in jedem Alter und allen sozialen Schichten getragen,.

Schadenzauber soll von schwarzen B?npa oder Nagspa (Zauberern) gegen Bezahlung ausgeübt werden, beispielsweise wird das Horn eines Wildyaks rituell mit einer Zeichnung des Opfers und mannigfaltigen unreinen Substanzen gefüllt, mit schwarzem Faden verschlossen und im Fundament der Behausung des Opfers verborgen.

Mythologie

Die vielf?ltigen Mythen der B?n behandeln Kosmogonie, Theogonie und Genealogie in verschiedenen Komplexit?tsstufen. Viele Erz?hlungen oder Traktate beschreiben detailliert Zauber und Ger?tschaften und beziehen sich h?ufig auf verschiedene Formen von Exorzismus und Magie.

Wiederkehrende Motive sind die Unterscheidung zwischen dem Wohltuenden und dem Sch?dlichen, die Paarbildung von Gottheiten oder mythischen Wesen und die Einteilung in gute, b?se und ambivalente Gottheiten. Auch heilige Orte wie Grotten und Berge sind ein wiederkehrendes Motiv, letztere entsprechen der Seele des Landes oder Schutzg?ttern.

Der wichtigste Berg der B?n ist der Kailash (auch Ti Se), Seele des Landes, Sitz der Himmelsg?tter, Mittelpunkt der Welt und wird als riesiger Ch?rten aus Kristall oder als Palast bzw. als Sitz eines Palastes bestimmter G?tter gedacht mit vier Toren, die von W?chtern der Himmelsrichtungen bewacht werden.

Tagzig Olmo Lungring wird als reines Land gedacht, jenseits der unreinen Existenz indem alle Erleuchtete wiedergeboren werden. Es ist unzerst?rbar und von ewigem Frieden und Freude erfüllt. Der Yungdrung-B?n hat hier seinen Ursprung und auch Buddha Shenrab Miwo wurde hier geboren.

In den Sch?pfungsmythen des neuen-B?n findet man auch zurvanitische oder shivaitische Einflüsse. Der Ursprung wird als Zustand leerer M?glichkeit gedacht, aus dem das Ur-Ei entsteht welches die Welt hervorbringt oder die Welt wird von einem Urwesen erschaffen.

Das Pantheon des B?n

In der B?n-Religion ist jede natürliche Erscheinung beseelt, so dass es eine fast unüberschaubare Fülle von Geistern, G?ttern, D?monen und Fabelwesen gibt. Diese Wesen leben an Orten, die in der Kosmologie des B?n benannt werden. Einige von ihnen sind für diese Religion besonders wichtig und überregional verbreitet.

Der Vogel Khyung

Eine der Hauptschutzgottheiten des B?n ist der mythische Vogel Khyung. Der m?chtige Schlangent?ter hat einen Stierkopf der mit der Sonne und den Gewitterwolken verbunden ist und ?hnelt dem indischen Garuda. Einerseits gilt er als Reittier des d?monischen dMu-K?nigs, andererseits begleitet er den hohen Weltgott Sangs po 'bum khri. Westlich des Kailash ist dem Khyung ein Tal geweiht, in dem den Mythen nach ein Silberschloss gestanden hat. Dieses Silberschloss kommt als heilige St?tte in den meisten Gebeten und Rezitationen des B?n vor.

Sangs po 'bum khri

Der Gott Sangs po 'bum khri ist eine Himmelsgottheit und gilt als Lenker (Srid pa) des gegenw?rtigen Weltzeitalters. Man unterscheidet bei diesem Gott fünf Aspekte des Srid pa: Des K?rpers, der Rede, des Verdienstes, der Werke und des Geistes. Der Gott ist wei? und sein Thron wird von einem wei?en Khyung mit grünen Flügeln getragen. Er verk?rpert Erbarmen, Erl?sung und Errettung.

Andere Namen für diesen Gott sind Lha chen sangs po dkar po, wei?er reiner gro?er Geist, oder Bum khri gyal po in Westtibet.

Buddhistisches Bild von Palden Lhamo
Buddhistisches Bild von Palden Lhamo

Palden Lhamo

Palden Lhamo wird Im B?n auch Srid (pa'i) rgyalmo genannt und gilt als Beschützerin, als gro?e Mutter und als Symbol der Rhythmen von Leben und Tod.

Pehar

Pehar oder Pekar ist eine Orakelgottheit, die auch von Buddhisten verehrt wird. Neben der Orakelfunktion hat er noch weitere vielfache Aufgaben, Würden und Pflichten als Beschützer der Lehre, Religionsw?chter, Vernichter von Feinden, Freund der Heiligen und als W?chtergott über Zhang Zhung. Der buddhistischen Legende nach soll er von Padmasambhava gezwungen worden sein, den Buddhismus zu schützen.

Lha, bTsan, gNyan

In der Mythologie des B?n gibt es neben den Einzelg?ttern auch sehr viele verschiedene Gruppen von Geistwesen, die gutartig oder b?sartig sein k?nnen. Einige sollen hier angeführt werden:

Lha sind gutartige himmlische Wesen. In jeder Himmelsregion gibt es unterschiedliche Gruppen und sie verk?rpern die g?ttliche Macht mit der die Menschen verbunden sind. Einige Lha leben nicht in himmlischen Regionen, sondern sind z. B. der Gott des Herdes oder der Gott des Innen oder Au?en. Die tibetische Hauptstadt Lhasa (Ort der Lha) ist nach den Lha benannt, und der K?nig wurde als Enkel des Lha angesehen.

bTsan sind besonders m?chtig und spielen auch im Buddhismus noch eine Rolle. Sie leben zwischen Himmel und Erde, bewohnen aber auch W?lder, Felsen, Gletscher oder Schluchten. Der K?nig der bTsan tr?gt eine Kriegsrüstung, ein Banner und eine Schlinge. Die bTsan erscheinen als wilde rote J?ger auf roten Pferden. Sie gelten als Beherrscher der unz?hligen gNyan. bTsan k?nnen den Mythen nach Herzinfarkte und t?dliche Krankheiten hervorrufen.

Die gNyan symbolisieren die Mitte und halten sich beispielsweise in Sonne, Mond, den Sternen, in Wolken, Regenbogen, im Wind und in den Felsen auf. Die gNyan sind auch mit den Himmelsrichtungen verbunden. Der Herrscher der gNyan tr?gt eine Rüstung mit Türkis-Ornamenten, ein Siegesbanner mit einer Gans darauf und hat ein kristallfarbenes Antlitz.

Literatur

  • Bru-sgom rGyal-ba g.yung-drung: The Stages of A-Khrid Meditation. Dzogchen Practice of the Bon-Tradition. Library of Tibetan Works and Archives, Dharamsala 1996, ISBN 81-86470-03-4.
  • Christoph Baumer: B?n – Die lebendige Ur-Religion Tibets. Akademische Druck- und Verlagsanstalt, Graz 1999, ISBN 3-201-01723-X.
  • Andreas Gruschke: The Cultural Monuments of Tibet’s Outer Provinces. Kham. Bd. 1: The TAR Part of Kham (Tibet Autonomous Region). White Lotus Press, Bangkok 2004, ISBN 3-89155-313-7, S. 80–84.
  • Marietta Kind: The Bon Landscape of Dolpo. Pilgrimages, Monasteries, Biographies and the Emergence of Bon. Bern 2012, ISBN 978-3-0343-0690-4.
  • Namkhai Norbu: Dzogchen-Der Weg des Lichts. Diederichs, München 1989, ISBN 3-424-01462-1.
  • Namkhai Norbu: Drung, Deu and B?n. Library of Tibetan Works and Archives, Dharamsala 1995, ISBN 81-85102-93-7.
  • Tenzin Wangyal: Der kurze Weg zur Erleuchtung. Dzogchen-Meditationen nach den B?n-Lehren Tibets. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-596-13233-9.
  • Tenzin Wangyal Rinpoche: übung der Nacht. Meditationen in Schlaf und Traum. Diederichs. Hugendubel, Kreuzlingen 2001, ISBN 3-7205-2189-3.
  • Tenzin Wangyal Rinpoche: The Tibetan Yogas of Dream and Sleep. Snow Lion Publications, Ithaca, NY 1998. (Englische Ausgabe von übung der Nacht), ISBN 1-55939-101-4.
  • Tenzin Wangyal Rinpoche: Die heilende Kraft des Buddhismus. Diederichs. Hugendubel, Kreuzlingen 2004, ISBN 3-7205-2487-6.
  • Shardza Tashi Gyaltsen, Lopon Tenzin Namdak: Heart Drops of Dharmakaya. Snow Lion Publications, Ithaca, NY 1993, ISBN 1-55939-172-3.
  • Lop?n Tenzin Namdak, Karin Gungal: Der heilende Garuda. Ein Stück B?n-Tradition Garuda Verlag, Dietikon 1998, ISBN 3-906139-09-3.
  • John Myrdhin Reynolds (Vajranatha): The Oral Tradition From Zhang-Zhung. Vajra Publications, Kathmandu 2005, ISBN 99946-644-4-1 (vajranatha.com nur über amerikanische Buchh?ndler zu beziehen)
  • Lop?n Tenzin Namdak, John Myrdhin Reynolds: Bonpo Dzogchen Teachings. Vajra Publications, Kathmandu 2006, ISBN 99946-720-5-3 (vajranatha.com nur über amerikanische Buchh?ndler zu beziehen)
  • Michael A. Nicolazzi: Geheimnis Tibet. Die Ur-Religion des B?n. Patmos, 2003, ISBN 978-3-491-69400-2.
  • Per Kvaerne: Bon. In: Mircea Eliade (Hrsg.): The Encyclopedia of Religion. Band 2. Macmillan Library Reference, New York 1987, S. 277–281. ISBN 0-02-909710-X.
  • Keith Dowman: Geheimes, heiliges Tibet. Ein Führer zu den Mysterien des verbotenen Landes. Kreuzlingen, München 2000
  • Gerhardt W. Schuster: Das alte Tibet. Geheimnisse und Mysterien. St.P?lten (u. a.); NP-Buchverlag 2000 ISBN 3-85326-137-X
  • Sebastian Schüler: Vom Synkretismus zum Padmaismus: Zum Verh?ltnis von Religion und Politik im frühen tibetischen Buddhismus unter Padma Sambhava Journal of Religious Culture, Nr. 137, 2010 http://web.uni-frankfurt.de/irenik/relkultur137.pdf
  • Giuseppe Tucci, Walther Heissig: Die Religionen Tibets und der Mongolei. Stuttgart [u. a.], Kohlhammer 1970

Kanonkataloge

  • Per Kvaerne: The canon of the Tibetan Bonpos. In: Indo-Iranian Journal Nr. 16, 1974, S. 18–56, 96–144.
  • Chandra Lokesh u. a.: Catalogue of the Bon-Po Kanjur and Tanjur. In: Indo-Asian Studies Nr. 2, 1965; New Delhi.

Einzelnachweise

  1. Sam Van Schaik: Tibet: A History. Yale University Press, 2011, S. 99 ff.
  2. Samten G. Karmay: The Treasury of Sayings: a Tibetan History of Bon. OUP, London 1972 [London Oriental Series, volume 26]. (Reprint by Motilal Banarsidass, Delhi 2001)
  3. 研究. In: archive.is. 14. September 2012 (archive.is [abgerufen am 20. November 2018]).
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